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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Montag, 05.03.2018

Weg zur Toilette im Rahmen einer Betriebsgemeinschaftsveranstaltung - Unfallversicherungsschutz besteht trotz Alkoholisierung

Wenn eine Arbeitnehmerin während eines Grillabends innerhalb einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung alkoholisiert auf dem Weg zur Toilette stürzt und sich verletzt, handelt es sich um einen entschädigungspflichtigen Arbeitsunfall. So entschied das Sozialgericht Dortmund (Az. S 18 U 211/15).

Eine Industriekauffrau war als Teilnehmerin eines Workshops ihres Arbeitgebers zur Verbesserung der Zusammenarbeit der Abteilungen in einem Hotel verunfallt. Während eines Grillabends mit offenem Ende und freiem Essen und Trinken knickte die Mitarbeiterin auf dem Weg zur Toilette gegen Mitternacht alkoholisiert um und zog sich einen Bruch des linken Sprunggelenks zu. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalles ab, weil sich die Mitarbeiterin zum Unfallzeitpunkt nicht bei einer versicherten Tätigkeit befunden habe.

Die Frau klagte und bekam Recht. Nach Vernehmung mehrerer Zeugen stellte das Gericht fest, dass das Umknicken mit Bruch des linken Sprunggelenks ein Arbeitsunfall war. Die Arbeitnehmerin habe sich zum Unfallzeitpunkt auf einem versicherten Weg zur Toilette im Rahmen einer Betriebsgemeinschaftsveranstaltung befunden. Der Grillabend sei von den Vorgesetzten nicht beendet worden, auch wenn zum Unfallzeitpunkt keine Anwesenheitspflicht mehr gegolten habe. Die Alkoholisierung der Klägerin habe dem Ziel der Veranstaltung nicht entgegengestanden, denn sie sei noch zu einer angemessenen Teilnahme an dem geselligen Beisammensein in der Lage gewesen.

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