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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 02.03.2018

Grundstückseigentümer bei auf das Nachbarhaus übergreifenden Brand verantwortlich

Ein Grundstückseigentümer, der einen Handwerker Reparaturarbeiten am Haus vornehmen lässt, ist gegenüber dem Nachbarn verantwortlich, wenn das Haus infolge der Arbeiten in Brand gerät und das Nachbargrundstück dabei beschädigt wird. Dass der Handwerker sorgfältig ausgesucht wurde, ändert daran nichts. So entschied der Bundesgerichtshof (Az. V ZR 311/16).

Ein Dachdecker hatte am Flachdach des beklagten Grundstückseigentümers Heißklebearbeiten fehlerhaft durchgeführt. Infolgedessen brannte das ganze Gebäude ab und auch das Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Anders als die Untergerichte gab der Bundesgerichtshof der Klage der Versicherung des Nachbarn gegen die Beklagten statt. Es bestehe ein verschuldensunabhängiger nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch. Die Beklagten hätten als sog. mittelbare Handlungsstörer durch die Beauftragung von Dacharbeiten eine Gefahrenquelle geschaffen, sodass das Verhalten des Handwerkers – unabhängig von dessen sorgfältiger Auswahl – ihnen zuzurechnen sei.

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