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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 28.02.2018

Wasserschaden wegen Anbohrens der Wasserleitung in Mietwohnung - kein hinreichender Kündigungsgrund

Das Amtsgericht München entschied in einem rechtskräftigen Urteil, dass das Anbohren der Wasserleitung durch einen helfenden Freund dem Vermieter keinen hinreichenden Kündigungsgrund gibt (Az. 424 C 27317/16).

Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin (Vermieterin) den Beklagten (Mieter) die fristlose, hilfsweise ordentliche Kündigung erklärt. Ein Bekannter der Beklagten hatte einen Wasserschaden anlässlich der Anbringung neuer Sockelleisten im “Yoga-Zimmer” verursacht. Er verwendete Dübel, die 3 cm in die Wand gingen, und bohrte dabei die Hauptwasserleitung an.

Das AG München hat den Antrag der Vermieterin gegen das mietende Ehepaar auf Herausgabe der Wohnung zurückgewiesen. Nach Auffassung des Gerichts ist das Anbohren der Leitung keine schuldhafte nicht unerhebliche Pflichtverletzung, die eine Kündigung rechtfertigen könnte. Des Weiteren sah das Gericht es als fahrlässige Pflichtverletzung an, Sockelleisten mit Dübeln, die so lang seien, dass sie 3 cm in die Wand ragen, zu befestigen, wenn einem der Leitungsverlauf weder positiv bekannt noch dieser durch den Einsatz eines Metalldetektors abgeklärt sei. Zwar habe der Wasserschaden zu einem beträchtlichen finanziellen Schaden geführt, zum einen stehe jedoch zu erwarten, dass die Klägerin hierfür Versicherungsleistungen bekommen werde und zum anderen sei den Beklagten lediglich einfache Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Gegen einen groben Fahrlässigkeitsvorwurf spreche, dass das senkrechte Abknicken der Leitung unter Putz von außen nicht erkennbar war und auch keinem allgemein üblich bekannten Leitungsverlauf entspreche.

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