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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 07.02.2018

Verschiebung des Rückflugs um mehr als fünf Stunden - Passagierin mit Kleinkind hat wegen Reisemangels Anspruch auf Kostenerstattung für Ersatzflug

Für eine Pauschalreisende mit Kleinkind stellt die Verschiebung eines Fluges um mehr als fünf Stunden (von mittags auf abends) einen Reisemangel dar. Das Landgericht Hannover entschied, dass die Frau einen Ersatzflug buchen und die Kosten dem Reiseveranstalter in Rechnung stellen konnte (Az. 8 S 46/16).

Im vorliegenden Fall hatte eine Mutter mit einem 21 Monate alten Kind eine Pauschalreise nach Mallorca im Wert von insgesamt ca. 3.000 Euro gebucht. Der Reiseveranstalter verlegte den Rückflug von 13.40 Uhr auf 19.25 Uhr am Abend. Die Frau hatte jedoch bewusst einen Flug zur Mittagszeit gebucht, um den Schlafrhythmus des Kindes nicht zu stören. Sie verlangte vom Veranstalter eine Umbuchung auf einen passenden alternativen Flug. Da dies nicht möglich war, buchte die Klägerin auf eigene Kosten um und verlangte die Erstattung der Kosten vom Veranstalter.

Das Gericht gab der Frau Recht. Die Verlegung des Rückflugs stelle nicht nur eine Unannehmlichkeit dar, sondern einen Reisemangel. Zum einen habe die Verlegung die Zeit von vier Stunden überschritten, die üblicherweise von Passagieren hinzunehmen sei. Zum anderen habe die Frau wegen des Kleinkindes bewusst Flüge am Mittag gebucht. Daher sei die Verlegung für sie nicht zumutbar gewesen. Die Klägerin habe Anspruch auf Erstattung der Kosten für den Ersatzflug in Höhe von 613,13 Euro plus Taxikosten.

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