Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Sonstige 
Dienstag, 30.01.2018

Hunde dürfen bei Hitze nicht ohne ausreichende Versorgung im Auto zurückgelassen werden - Geldbuße rechtmäßig

Das Amtsgericht München verurteilte eine Hundehalterin, da sie ohne vernünftigen Grund fahrlässig einem Hund erhebliche Leiden zugefügt hatte, indem sie ihn über einen längeren Zeitraum ohne ausreichende Versorgung bei Hitze im Auto zurückgelassen hatte, zu einer Geldbuße von 200 Euro (Az. 1115 OWi 236 Js 193231/17).

Die Betroffene hatte gegenüber der Polizei angegeben, sie habe am 13.09.2016 ihren Hund, eine Rottweiler-/Doggenmischung bei offenem Autofenster auf einem Parkplatz maximal 20 Minuten im Auto gelassen. Außerdem habe sich eine Wasserschale im Auto befunden. Dabei habe sie das Auto circa alle 10 Minuten kontrolliert. Beim zweiten Nachsehen sei bereits die Polizei vor Ort gewesen, die den Hund gewaltsam mitgenommen habe. Blutunterlaufene Augen seien bei der Rasse des Hundes ganz normal, ebenso das Hecheln, wenn es warm ist. Der Polizeibeamte sagte aus, etwa gegen 11.20 Uhr zum Fahrzeug gekommen zu sein. Der Hund habe Schaum vor dem Mund gehabt, stark gehechelt und Eiter sei ihm aus den Augen gelaufen. Zudem habe er hyperventiliert. Im Auto habe sich nur eine verschlossene Wasserflasche befunden. Er selbst sei bis circa 13.00 Uhr am Tatort verblieben und habe dann den Hund mitgenommen. Er habe einen entsprechenden Notizzettel an der Windschutzscheibe zurückgelassen. Die Betroffene sei erst gegen 16.00 Uhr auf die vom Einsatzort circa 5 Autominuten entfernte Polizeiwache gekommen. Die Außentemperatur betrug nach amtlicher Messung 25° C im Schatten.

Das Gericht stellte fest, dass die Betroffene die Gefahr für den Hund durchaus hätte erkennen können. Sie hätte auch ohne Weiteres durch Öffnen der Fenster und Bereitstellen einer Wasserschale das Leiden des Hundes verhindern können. Nach den Ausführungen des Amtstierarztes habe das Hyperventilieren des Hundes mit Schaum am Mund bereits auf eine eingetretene erhöhte Thermoregulationsaktivität des Hundes aufgrund eines Hitzestaus im Pkw schließen lassen. Bei fehlender Möglichkeit Flüssigkeit aufzunehmen, sei ein Austrocknen des Körpers die Folge. Dadurch könnten Körperfunktionen erheblich beeinträchtigt werden und sogar das Tier verenden. Bei der Bemessung der Geldbuße sei berücksichtigt worden, dass nur eine fahrlässige Verletzung des Tierschutzgesetzes vorlag, keine Vorbelastungen bekannt seien und eine Wiederholung bereits deswegen unwahrscheinlich sei, da die Betroffene den Besitz des Hundes aufgegeben hat, der sich immer noch im Tierheim befinde.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.