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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Montag, 29.01.2018

Kurzes unerlaubtes Fußballschauen während der Arbeitszeit - Abmahnung rechtmäßig

Die Abmahnung eines Arbeitnehmers, der unerlaubt während der Arbeitszeit Fußball schaut, ist selbst dann rechtmäßig, wenn dies nur ganz kurz und am Arbeitsplatz eines Kollegen passierte. So entschied das Arbeitsgericht Köln (Az. 20 Ca 7940/16).

Im vorliegenden Fall hatte ein Werksleiter einen Mechaniker dabei erwischt, wie er gemeinsam mit einem Kollegen an dessen Computer den Live-Stream eines Fußballspiels anschaute. Zwar blieb unklar, ob der Arbeitnehmer dies länger oder mit Absicht getan hatte, doch der Arbeitgeber erteilte eine Abmahnung. Der Mechaniker verlangte, diese wieder aus der Personalakte zu löschen.

Das Gericht sah es jedoch als erwiesen an, dass der Mann für mindestens 30 Sekunden Fußball geschaut hatte, statt seine Arbeit zu erledigen. Das reiche für eine rechtmäßige Abmahnung, denn unerlaubtes privates Fußballschauen während der Arbeitszeit stelle eine Pflichtverletzung dar. Die Schuldfrage spiele dabei keine Rolle. Ausschlaggebend sei nur, dass der Vorwurf stimme, hingegen nicht die Frage, welche Gründe es für das Fehlverhalten gegeben habe. Auch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sei vorliegend nicht verletzt, denn der Arbeitgeber dürfe durch Maßnahmen wie eine Abmahnung deutlich machen, dass er ein bestimmtes Verhalten nicht billige. Die Abmahnung bleibe daher in der Personalakte.

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