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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 23.01.2018

Klage auf Entfernung eines Baumes im Gemeinschaftseigentum der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft

Das Amtsgericht München entschied, dass Bäume im Gemeinschaftseigentum der gesamten Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) stehen, wenn die Teilungserklärung keine eindeutig anderslautende Erklärung enthält. Eine Klage auf Entfernung eines Baumes muss daher gegen die gesamte WEG erhoben werden (Az. 481 C 24911/16 WEG).

Im vorliegenden Fall waren die Klägerin und die Beklagte Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Sie verfügten über das Sondernutzungsrecht direkt aneinandergrenzender Gartenanteile. Auf der Sondernutzungsfläche der Beklagten stand eine Wildkirsche. Die Klägerin verlangte von der Beklagten die Fällung, hilfsweise den Rückschnitt des Baumes, denn dieser sei von Schädlingen befallen und leide an der Baumkrankheit Nectria qualligena (Krebs). Diese Krankheit breite sich auf Pflanzen der Klägerin aus.

Das Amtsgericht wies die Klage auf Entfernung bzw. hilfsweise auf Rückschnitt des Wildkirschbaums ab, da die Klage nur gegen einen anderen Eigentümer der WEG, nicht aber gegen die WEG insgesamt erhoben worden war. Die Wohnungseigentümer könnten durch Vereinbarung die Pflicht zur Instandhaltung und Instandsetzung von Teilen des gemeinschaftlichen Eigentums und zur Kostentragung hierfür einzelnen Wohnungseigentümern auferlegen, doch erfordere dies eine klare und eindeutige Regelung. Im Zweifel verbleibe es bei der gesetzlichen Zuständigkeit.

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