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Recht / Zivilrecht 
Montag, 22.01.2018

Mann-zu-Frau-Transsexuelle gilt rechtlich nur als Vater eines Kindes

Der Bundesgerichtshof entschied, dass eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle, mit deren konserviertem Spendersamen ein Kind gezeugt wurde, rechtlich nur Vater des Kindes und nicht Mutter werden kann (Az. XII ZB 459/16).

Im Streitfall war die transsexuelle Klägerin im Standesamtsregister als Frau eingetragen worden. Ihre Lebenspartnerin bekam später ein Kind, das mit dem konservierten Samen der Klägerin gezeugt worden war.

Nach Auffassung der Richter ist rechtliche Mutter eines Kindes “nur die Frau, die das Kind geboren hat”. Umgekehrt gelte demnach, dass der “Fortpflanzungsbeitrag der Mann-zu-Frau-Transsexuellen durch Samenspende” somit deren Vaterschaft begründe. Das Transsexuellengesetz stelle sicher, dass den betroffenen Kindern trotz der rechtlichen Geschlechtsänderung eines Elternteils rechtlich immer ein Vater und eine Mutter zugewiesen werden. Dies stehe im Einklang mit dem Grundgesetz.

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