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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 05.01.2018

Aufwendungen für heterologe künstliche Befruchtung in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft steuerlich absetzbar

Der Bundesfinanzhof entschied, dass Aufwendungen einer empfängnisunfähigen Frau für eine heterologe künstliche Befruchtung auch dann zu einer außergewöhnlichen Belastung führen, wenn die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt (Az. VI R 47/15).

Im vorliegenden Fall entschloss sich die Klägerin, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, aufgrund ihrer Unfruchtbarkeit, ihren Kinderwunsch durch eine heterologe künstliche Befruchtung in Dänemark zu verwirklichen. In ihrer Einkommensteuererklärung machte sie die Behandlungskosten von rund 8.500 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend. Unter Hinweis auf die Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen ließ das Finanzamt die Aufwendungen nicht zum Abzug zu. So sah es im Ergebnis auch das Finanzgericht.

Der BFH hob das Urteil des Finanzgerichts auf und gab der Klage in vollem Umfang statt. Nach Auffassung der Richter führen Aufwendungen einer empfängnisunfähigen (unfruchtbaren) Frau für eine heterologe künstliche Befruchtung durch In-vitro-Fertilisation als Krankheitskosten zu einer außergewöhnlichen Belastung. Dem stehe nicht entgegen, dass die Frau in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebe. Des Weiteren sei von einer Zwangslage zur Umgehung einer vorhandenen Sterilität auszugehen. Diese könne auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren nicht verneint werden. Die Kosten seien in vollem Umfang abziehbar, denn eine Aufteilung komme nicht in Betracht, da die Aufwendungen insgesamt dazu dienten, die Fertilitätsstörung der Klägerin auszugleichen.

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