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Steuern / Einkommensteuer 
Sonntag, 21.01.2018

Einkünfte aus einer Managementbeteiligung können nicht steuerbar sein

Erlöse aus der Veräußerung von GmbH-Anteilen eines an der GmbH beteiligten Geschäftsführers können bei entsprechender Gestaltung nicht besteuert werden. So entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg (Az. 5 K 3825/14).

Der Kläger, angestellter Geschäftsführer einer Holding-GmbH, erwarb Geschäftsanteile der GmbH und veräußerte diese später in verschiedenen Tranchen. Das Finanzamt besteuerte die Verkaufserlöse als dem Kläger zugeflossenen Arbeitslohn.

Der hiergegen erhobenen Klage gab das Finanzgericht statt. Die Erlöse aus der Veräußerung der GmbH-Anteile seien weder als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit noch als Einkünfte aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften zu qualifizieren. Da sie auch keiner anderen Einkunftsart zuzuordnen seien, unterlägen sie nicht der Einkommensteuer. Beteilige sich – wie hier – ein Arbeitnehmer kapitalmäßig an seinem Arbeitgeber, könne die Beteiligung eigenständige Erwerbsgrundlage sein, sodass die damit in Zusammenhang stehenden Einnahmen in keinem einkommensteuerrechtlich erheblichen Veranlassungszusammenhang zum Arbeitsverhältnis stünden. Der Arbeitnehmer nutze in diesem Fall sein Kapital als eine vom Arbeitsverhältnis unabhängige und eigenständige Erwerbsgrundlage.

Gegen das Urteil wurde Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (BFH-Az. VI B 99/17).

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