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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Donnerstag, 18.01.2018

Blinde MS-Patientin hat Anspruch auf Versorgung mit einem Blindenführhund

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschied, dass eine Gehbehinderung aufgrund einer Multiple Sklerose-Erkrankung grundsätzlich kein Hindernis für eine Versorgung mit einem Blindenführhund ist (Az. L 16/1 KR 371/15).

Im vorliegenden Fall hatte eine heute 73-jährige Frau, die bisher mit einem Blindenlangstock und einem Rollator versorgt war, geklagt. Die Klägerin beantragte bei ihrer Krankenkasse einen Blindenführhund, da sie wegen der Kombination aus Gehbehinderung und Blindheit Schwierigkeiten beim Finden von Eingängen, Briefkästen, Geschäften und bei der Straßenüberquerung habe. Auch körperbehinderte Menschen könnten einen Blindenführhund am Rollator einsetzen, sofern dieser nur entsprechend trainiert werde. Die Krankenkasse hielt die Versorgung im Falle der Klägerin für unwirtschaftlich.

Das Landessozialgericht verurteilte die Krankenkasse zur Bewilligung des Blindenhunds. Nach Auffassung des Gerichts kommt es für die Versorgung mit einem Hilfsmittel in Form eines Blindenhunds auf die medizinische Versorgungsnotwendigkeit im Einzelfall an. Es wurden hierzu Gutachten von Ärzten und Hundeführern eingeholt. Ein Langstock sei hiernach nicht ausreichend nutzbar gewesen, da die Klägerin zugleich eine Gehhilfe halten musste. Demgegenüber sei eine Kombination aus Rollator und Blindenführhund technisch realisierbar und für die Klägerin auch praktikabel gewesen. Des Weiteren hätten die Gutachter der Klägerin auch eine ausreichende körperliche Grundkonstitution und die Fähigkeit zur Versorgung eines Hundes bescheinigt.

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