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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 15.01.2018

Vorweggenommene Werbungskosten können bei Aufwendungen mit Erwerbszusammenhang trotz lebenslangen Nießbrauchs abzugsfähig sein

Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied, dass der Eigentümer Schuldzinsen für ein mit einem lebenslangen Nießbrauch belastetes Grundstück im Rahmen der Vermietungseinkünfte als vorweggenommene Werbungskosten abziehen kann. Das gelte jedenfalls dann, wenn es einen Erwerbszusammenhang gebe (Az. 5 K 763/15).

Im vorliegenden Fall stritt der Eigentümer eines vermieteten Grundstücks mit dem Finanzamt über die Abzugsfähigkeit von AfA (Absetzung für Abnutzung) und Schuldzinsen als vorweggenommene Werbungskosten. Das Grundstück war mit einem lebenslangen Nießbrauch für die Mutter und die Tante des Klägers belastet. Die AfA und die Schuldzinsen rührten aus dem Kauf des hälftigen Miteigentumsanteils von der Schwester des Klägers.

Das Gericht gab der Klage teilweise statt. Die Finanzierungskosten könne der Kläger als vorweggenommene Werbungskosten abziehen, nicht jedoch die AfA. Werbungskosten könnten vorweg anfallen, auch wenn noch keine Einnahmen erzielt würden, aber ein objektiv ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt werde. Hier sei die künftige Vermietungsabsicht des Klägers unstreitig gewesen. Damit liege der geforderte Zusammenhang bezüglich der Schuldzinsen vor. Die geltend gemachte AfA stelle hingegen den Werteverzehr des Streitjahres dar. Die in diesem Jahr erzielten Einkünfte hätten jedoch den Nießbrauchern zugestanden. Daher habe kein Erwerbzusammenhang bestanden.

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