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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 09.01.2018

Verkauf und (Wieder-)Ankauf gleichartiger Wertpapiere am selben Tag zu unterschiedlichen Preisen grundsätzlich kein Gestaltungsmissbrauch

Werden Wertpapiere, die innerhalb eines Jahres mit Verlust veräußert werden, am selben Tage in gleicher Art und Anzahl, aber zu unterschiedlichem Kurs wieder gekauft, so ist dies kein Gestaltungsmissbrauch. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. IX R 60/07).

Die Kläger hatten börsennotierte Aktien von zwei Kapitalgesellschaften jeweils innerhalb der Jahresfrist mit Verlust veräußert und am selben Tag Aktien dieser Gesellschaften in gleicher Art und Anzahl, allerdings zu einem unterschiedlichen Preis wieder erworben. Das Finanzamt erkannte die Verluste aus dem Verkauf wegen Gestaltungsmissbrauchs nicht an.

Das Finanzgericht und der BFH gaben der dagegen gerichteten Klage statt. Da das Einkommensteuerrecht realisierte Wertänderungen in Gestalt von Veräußerungsgewinnen aus verhältnismäßig kurzfristigen Wertdurchgängen eines Wirtschaftsguts im Privatvermögen des Steuerpflichtigen der Einkommensteuer unterwerfe, dürfe ein Steuerpflichtiger gleichartige Wertpapiere kurz nach deren Veräußerung zu unterschiedlichen Preisen wieder erwerben. Es stehe in seinem Belieben, ob, wann und mit welchem Risiko er von ihm gehaltene Wertpapiere ankauft, verkauft und danach wieder ankaufe. Bei dem Verkauf von Wertpapieren und dem anschließenden Wiederkauf gleichartiger Wertpapiere zu unterschiedlichen Ankaufs- und Verkaufspreisen handele es sich um eigenständige und damit auch separat zu beurteilende Vorgänge.

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