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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 09.01.2018

Ersatzbeschaffung für verspätet eintreffendes Reisegepäck bei Flugreise muss angemessen sein

Wenn bei einer Flugreise das Gepäck seinen Zielort nicht rechtzeitig erreicht, ist oft umstritten, in welcher Höhe die Fluggesellschaft Kosten für eine Ersatzbeschaffung übernehmen muss. Das Amtsgericht Frankfurt entschied, dass nur eine angemessene Ersatzbeschaffung geschuldet ist (Az. 30 C 570/17 (68)).

Im vorliegenden Fall war der Kläger von Frankfurt nach Malta geflogen, dort wurde jedoch sein Gepäck nicht angeliefert. Von der Fluggesellschaft wurde ihm mitgeteilt, dass dieses am Folgetag eintreffen würde. Der Kläger erwarb Kleidungsstücke und Kosmetika im Gesamtwert von 1.286 Euro und stellte diese der Fluggesellschaft in Rechnung. Dies sei notwendig gewesen, da er am Folgetag einen wichtigen Geschäftstermin gehabt habe und er dazu ausschließlich eine luxuriöse Garderobe benötigte. Auch sei es ihm aufgrund einer Allergie nicht möglich gewesen, Hotel-Kosmetika zu benutzen. Von daher sei es angemessen, dass er sich in Boutiquen auf Malta neu eingekleidet habe. Die Fluggesellschaft zahlte dem Kläger eine Pauschale von 300 Euro als Schadensersatz.

Das Gericht hielt den Betrag für angemessen. Eine Ersatzbeschaffung sei nur für die notwendigen Dinge für eine Übernachtung erforderlich gewesen, da dem Kläger bekannt gewesen sei, dass sein Gepäck am nächsten Tag eintreffen würde. Hinsichtlich der geltend gemachten Kosten für Kosmetika erachte das Gericht diese für eine Übernachtung als nicht erforderlich. Wenn der Kläger bezüglich der Kleidung ausschließlich Luxusprodukte bevorzuge, so sei dies sein persönliches Vergnügen. Mit der pauschalen Zahlung von 300 Euro habe die Fluggesellschaft die erforderlichen Kosten einer wirtschaftlichen Ersatzbeschaffung komplett getragen.

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