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Recht / Zivilrecht 
Sonntag, 07.01.2018

Auf der Skipiste von hinten aufgefahren - Vollumfängliche Haftung nach FIS-Regel

Ein Skifahrer, der von hinten auf einen anderen Skifahrer auffährt, haftet vollumfänglich für die entstandenen Schäden. So entschied das Landgericht Köln (Az. 30 O 53/17).

Im vorliegenden Fall befuhr der Kläger eine Skipiste. Dabei kam es zu einem heftigen Zusammenstoß mit dem Beklagten, bei dem sich der Kläger eine Unterschenkelfraktur und der Beklagte drei Rippenfrakturen zuzog. Der Kläger musste von der Bergwacht mit dem Helikopter ins Krankenhaus verbracht werden. Bei beiden Beteiligten wurde zudem die Skiausrüstung beschädigt. Beide beanspruchten Schadensersatz und Schmerzensgeld von dem jeweils anderen. Der Kläger verlangte ein Schmerzensgeld von weiteren 9.000 Euro sowie Schadensersatz für entstandene Kosten und Schäden in Höhe von rund 2.100 Euro, nachdem die Haftpflichtversicherung des Beklagten unter Annahme einer Haftungsquote von 50 % bereits 6.000 Euro Schmerzensgeld und einen Teil der Schäden gezahlt hatte. Der Kläger war der Ansicht, der Beklagte hafte zu 100 %, da dieser den Zusammenstoß verursacht habe, indem er von hinten auf ihn aufgefahren sei. Der Beklagte wiederum bestand auf einem hälftigen Verschulden beider Beteiligten und verlangte im Wege der Widerklage selbst ein Schmerzensgeld von 2.500 Euro sowie Ersatz für weitere Schäden im Umfang von rund 500 Euro. Der Unfall sei durch einen Frontalzusammenstoß zustande gekommen, während beide gleichzeitig – sozusagen nebeneinander – den Pistenabschnitt befahren hätten.

Das Gericht gab dem Kläger Recht und verurteilte den Beklagten zu weiteren 6.000 Euro Schmerzensgeld und rund 2.000 Euro Schadensersatz. Nach der Beweisaufnahme sei es zur Überzeugung gelangt, dass der Beklagte hinter dem Kläger die Piste befuhr. Ähnlich wie im Straßenverkehr spreche gegen den Beklagten ein Anscheinsbeweis, da er “von hinten” auf den Kläger aufgefahren war. Nach der für das befahrene Skigebiet geltenden FIS-Regel Nr. 3 müsse der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährde.

Der Beklagte hätte zwar die Möglichkeit gehabt, die Vermutungsregel durch den Nachweis eines abweichenden Geschehensablaufs zu erschüttern, allerdings sei das ihm hier nicht gelungen. Daher müsse er für die dem Kläger entstandenen Schäden vollumfänglich haften.

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