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Recht / Sonstige 
Freitag, 29.12.2017

Urnenumbettung nur im Ausnahmefall zulässig - Umzug von Hinterbliebenen kein wichtiger Grund

Wenn Hinterbliebene an einen neuen Wohnort umziehen, stellt das keinen wichtigen Grund dar, der eine Urnenumbettung rechtfertigt. So entschied das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (Az. 14 K 4013/16). Die Umbettung von Urnen mit der Asche Verstorbener sei nur in seltenen Ausnahmefällen zulässig, z. B. wenn ein Verstorbener nachweislich an einem anderen Ort bestattet sein wollte.

Im vorliegenden Fall hatte sich eine Frau aufgrund ihres Alters entschlossen, an den Wohnort ihrer beiden Töchter zu ziehen, und stellte bei der zuständigen Friedhofsverwaltung einen Antrag, um die Urnen ihres Mannes und ihrer Mutter umbetten zu lassen. Das wurde ihr verweigert.

Das Gericht hielt die Entscheidung für rechtmäßig. Der Umzug einer Angehörigen stelle keinen wichtigen Grund für eine Umbettung der Urnen dar. Die unantastbare Würde des Menschen wirke auch über den Tod hinaus und gebiete eine würdige Bestattung und den Schutz der Totenruhe. Wenn der Schutz der Totenruhe in Konflikt mit dem Recht der Angehörigen auf Totenfürsorge stehe, genieße die Totenruhe Vorrang. Die Klägerin habe auch nicht nachgewiesen, dass die Verstorbenen an einem anderen Ort bestattet sein wollten.

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