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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 28.12.2017

Keine Haftung der Deutschen Bahn wegen Sturzes eines Fahrgasts zwischen Bahnsteig und S-Bahn

Das Amtsgericht München entschied in einem rechtskräftigen Urteil, dass die Deutsche Bahn nicht haftet, wenn ein Fahrgast trotz langjähriger Vertrautheit mit den örtlichen Gegebenheiten in einen Spalt zwischen Bahnsteig und S-Bahn stürzt und sich dadurch verletzt (Az. 173 C 27106/16).

Im vorliegenden Fall stürzte die Klägerin, seit 1974 regelmäßige Nutzerin der Münchner S- und U-Bahn, an einem Bahnhof beim Zustieg mit Füßen und Beinen in den 14 cm breiten Spalt zwischen Zug und Bahnsteig. Dadurch erlitt sie Quetschungen und Prellungen an Ober- bzw. Unterschenkel sowie am Innenknöchel und war vier Wochen arbeitsunfähig krankgeschrieben. Sie begehrt hierfür 3.950 Euro Schmerzensgeld. Darüber hinaus entstanden ihr Reinigungskosten i. H. v. 15,45 Euro für Hose und Mantel. Sie war der Ansicht, die Bahn sei für den Unfall verantwortlich, weil sie es unterlassen habe, den Spalt zwischen S-Bahn und Bahnsteig etwa durch ausfahrbare Trittbretter zu schließen.

Das AG München wies die Klage ab. Nach Auffassung des Gerichts habe die Klägerin keinen Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz, weil das Mitverschulden der Klägerin derart überwiege, dass die Betriebsgefahr auf Seiten der Beklagten demgegenüber gänzlich zurücktrete. Die Klägerin habe überhaupt nichts hinsichtlich der Unfallursache vorgetragen. Auf Grund der langjährigen Vertrautheit sei ihr der Spalt wie allen anderen Nutzern der S-Bahn bekannt gewesen. Relevant sei auch, dass der Spalt mit 14 cm nicht besonders breit sei. Des Weiteren sei auf Seiten der Beklagten eine Pflichtverletzung nicht ersichtlich.

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