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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 12.12.2017

Kein Betriebsausgabenabzug eines Zahnarztes für Honorarzahlungen zur Erlangung einer ausländischen Gastprofessur

Das Finanzgericht Münster entschied, dass ein Zahnarzt, der einen Gastprofessorentitel an einer ungarischen Universität erwirbt, die Erwerbskosten nicht als Betriebsausgaben abziehen kann (Az. 4 K 1891/14 F).

Im vorliegenden Fall war der Kläger als Zahnarzt selbständig tätig. Neben einer Vielzahl an Qualifikationen und Zertifizierungen konnte er auch eine rege Tätigkeit als Fachautor und Vortragender vorweisen. In 2009 wurde der Kläger zum Gastprofessor an der humanmedizinischen Fakultät einer ungarischen Universität ernannt. Dieser Ernennung lag ein “Wissenschaftsvertrag” zu Grunde, wonach der Kläger ein Honorar von 47.600 Euro zu zahlen hatte. Er erhielt für seine wissenschaftliche Tätigkeit an der Universität keine Vergütung. Der Kläger machte die geleisteten Teilzahlungen auf das Honorar als Betriebsausgaben geltend und begründete dies mit dem werbenden Charakter des Professorentitels und der Erhöhung seiner Reputation als Zahnarzt. Das Finanzamt lehnte den Betriebsausgabenabzug ab. Das Honorar der ohne Einkünfteerzielungsabsicht betriebenen Tätigkeit des Klägers sei in Ungarn zuzuordnen.

Das Finanzgericht wies die Klage ab. Die Aufwendungen des Klägers stünden zwar wegen der angestrebten Außenwirkung auch in einem betrieblichen Veranlassungszusammenhang, doch die Bezeichnung als Professor werde in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen auch als Ausdruck herausragender fachlicher Kompetenz verstanden. Jedoch berühre die Erlangung eines Professorentitels in nicht unerheblichem Maße die private Lebenssphäre. Anders als bei einer Habilitation habe der Kläger nicht in erster Linie Wissen, sondern allein die Titelbezeichnung als solche erwerben wollen, die zudem keine Voraussetzung für die Erzielung zahnärztlicher Einkünfte sei. Dem mit dem Titel einhergehenden gesellschaftlichen “Prestige” komme daher ein höheres Gewicht zu. Des Weiteren komme mangels objektivierbarer Kriterien eine Aufteilung der Kosten nicht in Betracht.

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