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Recht / Zivilrecht 
Sonntag, 10.12.2017

Auslandskrankenkasse muss nur bei Nachweis von Art und Kosten einer Behandlung zahlen

Verlangt ein Reisender von der Reiseversicherung Behandlungskosten ersetzt, gehen unvollständige Belege zu seinen Lasten. Kann er Art und Kosten der Behandlung nicht nachweisen, hat er keinen Anspruch auf Ersatz gegen die Auslandskrankenversicherung. So entschied das Amtsgericht München (Az. 159 C 517/17).

Im vorliegenden Fall hatte ein Vater nach durchgeführter Pakistanreise für sich und seine beiden 5-jährigen Zwillinge bei seiner Reiseversicherung Erstattung von Behandlungskosten in Höhe von umgerechnet 1.343,75 Euro beantragt. Aus den eingereichten Unterlagen ging nicht hervor, an welchen Erkrankungen der Kläger und seine Kinder litten und inwieweit diese Erkrankungen behandelt wurden. Die Versicherung zahlte nicht und beauftragte einen Ermittlungsdienst mit Nachforschungen über die Korrektheit der eingereichten Rechnungen, wodurch ihr Kosten von 250 Euro entstanden. Beide Seiten erhoben gegeneinander Klage.

Das Gericht wies beide Klagen ab. Nach den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Versicherung müssten alle Belege neben Namen und Geburtsdatum der behandelten Person das Behandlungsdatum, den Grund der Behandlung und die einzelnen ärztlichen Leistungen und Kosten enthalten. Der Kläger habe die Behauptung, er und seine minderjährigen Kinder seien in Pakistan plötzlich und unerwartet erkrankt und hätten an erheblichen Magen-Darm-Beschwerden gelitten, nicht nachgewiesen und daher keinen Anspruch gegen die Versicherung. Diese habe hingegen behauptet, die vom Kläger eingereichten Belege seien zum Teil gefälscht. Ob der dazu vorgelegte Bericht des eingesetzten Ermittlungsdienstes den Tatsachen entspreche, vermöge das Gericht nicht zu beurteilen, da geeignete Beweismittel nicht angeboten wurden. Daher könne auch die Versicherung die Erstattung der Nachforschungskosten von 250 Euro nicht verlangen.

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