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Steuern / Sonstige 
Sonntag, 03.12.2017

Keine Verrechnung positiver und negativer Kapitalkonten bei der Feststellung des Wertes des Anteils am Betriebsvermögen für Zwecke der Erbschaftsteuer

Bei der Feststellung des Wertes eines Anteils am Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer darf keine Verrechnung von positiven mit negativen Kapitalkonten vorgenommen werden. So entschied das Finanzgericht Düsseldorf (Az. 4 K 3022/16 F).

Die Klägerin ist die Schwester des Erblassers, der Kommanditist einer KG war. Als der Erblasser verstarb, wies das Kapitalkonto des Erblassers einen positiven Wert, die Kapitalkonten der anderen beiden Kommanditisten hingegen negative Werte aus. Die Klägerin gab eine Feststellungserklärung beim Finanzamt ab, aus der sich – nach Saldierung der Kapitalkonten – ein negativer Wert des Anteils des Erblassers an der H KG ergab. Das Finanzamt akzeptierte das nicht.

Das Finanzgericht wies die dagegen gerichtete Klage ab. Für die Ermittlung des Wertes eines Anteils am Betriebsvermögen seien nach § 97 Bewertungsgesetz die Kapitalkonten aus der Gesamthandsbilanz dem jeweiligen Gesellschafter vorweg zuzurechnen. Es sei nicht zulässig, ein positives Kapitalkonto des Gesellschafters, dessen Anteil zu bewerten ist, mit den negativen Kapitalkonten anderer Kommanditisten zu saldieren. Zu bewerten sei nur der Anteil des Erblassers, der Gegenstand des Erwerbs sei.

Das FG Düsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

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