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Steuern / Gewerbesteuer 
Mittwoch, 03.01.2018

Personalberater kann Gewerbesteuer unterliegen

Das Finanzgericht Köln entschied, dass die selbständige Tätigkeit als Personalberater nicht als freiberufliche Tätigkeit, sondern als Gewerbebetrieb zu qualifizieren ist, wenn die Beratungsleistung des Personalberaters nach den Auftragsverhältnissen mit seinen Kunden nicht das Gepräge gibt und der Personalberater eine Tätigkeit ausübt, die wesentlich auf die Vermittlung geeigneten Personals gerichtet ist (Az. 3 K 1384/14).

Im vorliegenden Fall hatte der Kläger Afrikanistik und Chemie studiert und eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Bevor er sich 2005 als Personalberater selbständig machte, war er für eine Personalberatungsfirma tätig. In seinen Einkommensteuererklärungen 2005 bis 2010 erklärte er die Einkünfte als solche aus selbständiger Tätigkeit. Das Finanzamt veranlagte ihn antragsgemäß. In der Einkommensteuererklärung 2011 beurteilte es die Tätigkeit jedoch als gewerblich und forderte den Kläger zur Abgabe von Gewerbesteuererklärungen für die Jahre 2007 bis 2011 auf. Da der Kläger dem nicht nachkam, setzte das Finanzamt im Mai 2013 GewSt-Messbeträge für die Jahre 2007 bis 2011 fest.

Das Gericht hielt die Gewerbesteuermessbescheide für rechtmäßig. Das Finanzamt könne auch für vergangene Zeiträume noch Gewerbesteuer festsetzen, auch wenn in den Einkommensteuerbescheiden die Einkünfte als solche aus selbständiger Tätigkeit berücksichtigt wurden. Der Kläger übe eine gewerbliche Tätigkeit aus. Die Tätigkeit als Personalberater stelle weder einen Katalogberuf noch einen einem beratenden Volks- oder Betriebswirt ähnlichen Beruf dar. Ein ähnlicher Beruf liege nur vor, wenn er auf einer vergleichbar breiten fachlichen Vorbildung beruhe und sich die Beratungstätigkeit auf einen vergleichbar breiten betrieblichen Bereich erstrecke. An dieser in Breite und Tiefe vergleichbaren Vorbildung des Klägers fehle es. Die in einem entsprechenden Unternehmen erworbenen Kenntnisse für seine Tätigkeit würden nicht ausreichen. Des Weiteren sei die Tätigkeit des Klägers insoweit gewerblich, als er dafür honoriert werde, dass er seinen Auftraggebern von ihm ausgesuchte Kandidaten für eine zu besetzende Stelle vermittle.

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