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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 30.11.2017

Negative Einkünfte bei Rückkauf einer Sterbegeldversicherung

Einkünfte aus Kapitalvermögen liegen sowohl bei positiven wie bei negativen Unterschiedsbeträgen zwischen der zugesagten Versicherungsleistung und der Summe der auf sie entrichteten Beiträge vor, sodass beim Rückkauf einer Sterbegeldversicherung entstandene Verluste steuerlich geltend gemacht werden können. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 25/14).

Die Kläger kündigten ihre Sterbegeldversicherungen vorzeitig und machten die Differenz zwischen den zugesagten Auszahlungsbeträgen und den niedrigeren Rückkaufwerten als Verlust steuerlich geltend. Das Finanzamt lehnte den Abzug wegen fehlender Einkünfteerzielungsabsicht ab.

Das Finanzgericht und der BFH gaben der dagegen erhobenen Klage statt. Eine Sterbegeldversicherung sei zwar keine klassische Kapitalversicherung mit Sparanteil, da sie keine Zahlung der angesparten Beträge im Erlebensfall, sondern nur eine Zahlung im Todesfall vorsehe. Trotzdem umfassten die Beiträge zur Sterbegeldversicherung auch Sparanteile, die der Ansammlung von Gewinnanteilen dienten. Dies reiche für die Qualifizierung als Kapitalversicherung mit Sparanteil aus. Es lägen daher Einkünfte aus Kapitalvermögen vor. Auch könne nicht das Fehlen der Einkünfteerzielungsabsicht bei Abschluss der Verträge unterstellt werden. Denn die den Rückkauf auslösende Kündigung der Sterbegeldversicherung stelle nur eine Änderung der ursprünglichen Investitionsplanung dar.

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