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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 27.11.2017

Vergeblicher Aufwand im Hinblick auf eine angestrebte Vorstandsposition sowie zum Erwerb einer Beteiligung am künftigen Arbeitgeber

Aufwendungen eines Arbeitnehmers zum Erwerb einer Beteiligung an seinem (ggf. künftigen) Arbeitgeber sind regelmäßig auch dann nicht als (vorab entstandene) Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abzugsfähig, wenn die Zahlung Voraussetzung für den Abschluss des Anstellungsvertrags ist. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 1/16).

Der Kläger war in ein Unternehmen in der Erwartung eingetreten, zum angestellten Vorstand einer noch zu gründenden Holding dieses Unternehmens bestellt zu werden und hatte in diesem Zusammenhang 75.000 Euro als Beteiligung eingezahlt. Das Geld wurde jedoch abredewidrig als Darlehen für eine davon unabhängige GmbH verwendet. Der Kläger trat von dem Vertrag zurück und forderte erfolglos die Rückzahlung des Geldes. Auch Pfändungsversuche blieben ohne Ergebnis. Der Kläger machte diesen Verlust als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt akzeptierte das nicht, da es sich um einen Vorgang auf der privaten Vermögensebene handele.

Anders als das Finanzgericht wies der BFH die dagegen gerichtete Klage ab. Aufwendungen des Arbeitnehmers, die den Erwerb einer Beteiligung an dem Arbeitgeber beträfen, seien jedenfalls in diesem konkreten Fall nicht als Werbungskosten anzusehen. Denn es bestehe hier ein vorrangiger Zusammenhang mit den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der Kläger habe mit dem Erwerb der Beteiligung an dem Unternehmen nicht nur die Sicherung seines Arbeitsplatzes beabsichtigt, sondern vorrangig die mit der Stellung als Gesellschafter verbundenen Rechte.

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