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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Mittwoch, 29.11.2017

Vom Unternehmen unterstütztes Fußballturnier mit Beteiligung von Betriebsfremden - kein gesetzlicher Unfallschutz

Grundsätzlich stehen Arbeitnehmer bei einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung unter dem gesetzlichen Unfallschutz. Wenn an der Veranstaltung jedoch auch nicht dem Unternehmen angehörende Personen teilnehmen können, spricht dies gegen eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung. Bei einem Unfall während eines vom Unternehmen unterstützten Fußballturniers liegt dann somit kein Arbeitsunfall vor, wenn auch andere Personen teilnehmen können. So entschied das Bundessozialgericht (Az. B 2 U 12/15 R).

Im vorliegenden Fall hatte ein Bankkaufmann als aktiver Spieler an einem Fußballturnier teilgenommen, das seine Bank ausgerichtet hatte. Das Turnier fand im Rahmen einer mehrtägigen unternehmensweiten Veranstaltung statt. Ohne Fremdeinwirkung erlitt der Mann beim Spiel einen Achillessehnen-Riss. Er war der Auffassung, es liege ein Arbeitsunfall vor. Sein Arbeitgeber habe alle Mitarbeiter zu dem Turnier eingeladen und für Externe – wie Familienangehörige und Bekannte – habe es ein eigenes Anmeldeformular gegeben. Für Mitarbeiter, die nicht aktiv am Fußballspiel beteiligt waren, stand die Zeit des eigentlichen Turniers zur freien Verfügung. Der Unfallversicherungsträger lehnte jedoch eine Anerkennung als Arbeitsunfall ab.

Das Gericht war der Auffassung, es habe sich vorliegend nicht um eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung gehandelt. Die Veranstaltung hätte allen Betriebsangehörigen offenstehen müsse. Die Einladung hier sei jedoch an “Fußballfans und Kicker” gerichtet gewesen, das Turnier habe Wettkampf-Charakter gehabt. Ziel sei gewesen, fußballinteressierte Belegschaftsmitglieder zu einer Teilnahme zu motivieren. Daher habe es sich um eine sportliche Veranstaltung gehandelt, bei der aufgrund ihrer Eigenart von vornherein ein nennenswerter Teil der Belegschaft nicht habe teilnehmen können. Ebenso hätten am Turnier Familienangehörige und Bekannte der Mitarbeiter teilnehmen können. Dadurch sei der Gemeinschaftscharakter der Veranstaltung zumindest in Frage gestellt gewesen.

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