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Steuern / Körperschaftsteuer 
Freitag, 10.11.2017

Abziehbarkeit von Aufwendungen einer Organgesellschaft für den Erwerb von Aktien der Muttergesellschaft zur Weitergabe an Arbeitnehmer

Aufwendungen einer Organgesellschaft für den Erwerb von Aktien der Muttergesellschaft zur Weitergabe an Arbeitnehmer im Rahmen eines Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramms sind in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert der Aktien am Ausübungstag als Veräußerungsverlust abzugsfähig. So entschied das Finanzgericht Münster (Az. 13 K 2946/14 K).

Die Tochtergesellschaft der Klägerin, einer AG, kaufte Aktien von der Enkelgesellschaft der AG, übertrug diese an ihre Angestellten aufgrund von diesen gewährten Bezugsrechten und verbuchte diese Aufwendungen in Höhe von 600.000 Euro als Personalaufwand, der der Klägerin zugerechnet wurde. Das Finanzamt verweigerte den Abzug dieser Aufwendungen, da diese dem Abzugsverbot des § 8b Abs. 3 Satz 3 KStG unterlägen.

Auf die dagegen erhobene Klage entschied das Finanzgericht, dass die dem Abzugsverbot unterliegenden Aufwendungen nicht in Höhe der gesamten Aufwendungen anzunehmen seien, sondern nur in Höhe der Differenz zwischen dem Wert der Anteile im Zeitpunkt der Übertragung und dem Wert zum Zeitpunkt der Optionseinräumung. Das Gericht kam daher zu einem nicht steuerlich abziehbaren Veräußerungsverlust von nur ca. 36.000 Euro.

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