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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 21.11.2017

Mieterin kann aufgrund extremer Geruchsbelästigung fristlos gekündigt werden

Das Amtsgericht Ansbach entschied, dass die fristlose Kündigung einer Mieterin rechtmäßig war. Der Vermieterin sei die Fortsetzung des Mietverhältnisses wegen der extremen Geruchsbelästigung durch offensichtlich nicht artgerechte Hundehaltung der Mieterin nicht zuzumuten (Az. 3 C 865/16).

Die Vermieterin hatte der Mieterin mit der Begründung fristlos gekündigt, dass sich aus der Mietwohnung übelste Gerüche bis ins Treppenhaus und den Außenbereich des Mehrfamilienhauses verbreiten würden. Die Gerüche würden auch andere Mitbewohner belästigen und seien auf eine nicht artgerechte Hundehaltung der Mieterin zurückzuführen. Ihre Hunde würden nicht ausreichend Gassi geführt, sodass es dadurch zu Verunreinigungen in der Wohnung komme, die dann wiederum den Gestank verursachten. Die Mieterin widersprach der Kündigung und gab an, dass der gesamte Keller des Hauses feucht und schimmlig sei und dies der eigentliche Grund für den Gestank sei.

Das Gericht hielt die Kündigung jedoch für rechtmäßig und gab der Räumungsklage statt. Die Zeugenbefragung mehrerer Bewohner des Mietshauses hätten übereinstimmend ergeben, dass aus der Wohnung der Mieterin ein unerträglicher Fäkaliengestank dringe. Dieser sei insbesondere im Sommer so stark, dass man den Garten und Balkon nicht nutzen und teilweise die eigenen Fenster nicht öffnen könne. Daher sei der Vermieterin die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht mehr zuzumuten. Das Urteil wurde auch in zweiter Instanz bestätigt.

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