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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Freitag, 17.11.2017

Kind mit Diabetes kann Anspruch auf Begleitung für Sportunterricht haben - Krankenkasse muss Kosten tragen

Ein Kind mit Diabetes kann Anspruch auf Schulbegleitung für den Sportunterricht haben, wenn damit eine Intervention bei einer Entgleisung des Blutzuckers gesichert werden muss. Das Sozialgericht Dresden entschied, dass dann die Krankenkasse die Kosten für die Begleitung übernehmen muss (Az. S 18 KR 654/17 ER).

Im vorliegenden Fall war ein Mädchen an Diabetes Typ 1 erkrankt und trug eine Insulinpumpe. Die gesetzliche Krankenkasse hatte während des Schulbesuchs fünfmal täglich die Blutzuckermessung durch eine Fachkraft bewilligt. Die Mutter beantragte jedoch, dass das Mädchen eine dauerhafte Schulbegleitung haben müsse, weil nur so der Gefahr von Blutzuckerentgleisungen während der Schulzeit begegnet werden könne.

Das Gericht gab dem Eilantrag der Mutter nur teilweise statt. Die Krankenkasse habe es versäumt, den Sachverhalt durch eine Begutachtung des Mädchens umfassend aufzuklären. Die Hospitation einer Sozialarbeiterin an einem Vormittag in der Schule habe keine belastbaren Ergebnisse gebracht. Ihre Aussagen seien teilweise widersprüchlich gewesen. Das Mädchen habe nicht dargelegt, wie oft es in der Vergangenheit trotz Insulinpumpe zu Blutzuckerentgleisungen gekommen sei. Sie habe einen umfassenden Anspruch auf tägliche Schulbegleitung nicht ausreichend darlegen können. Hingegen hätten sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass im Sportunterricht eine besondere Gefahr für sie bestehe. Daher habe das Mädchen vorläufig Anspruch auf eine Schulbegleitung zum Sportunterricht auf Kosten der Krankenkasse.

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