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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Donnerstag, 16.11.2017

Berufliche Mails auf privaten Mail-Account weitergeleitet: fristlose Kündigung rechtmäßig

Ein Arbeitnehmer darf berufliche E-Mails nicht an seinen privaten Mail-Account weiterleiten. Wenn er kurz vor dem Wechsel zu einem Konkurrenzunternehmen steht, kann die Weiterleitung sogar ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung sein. So entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Az. 7 Sa 38/17).

Im vorliegenden Fall war ein leitender Angestellter für ein Unternehmen tätig, das Kühlanlagen für die Industrie herstellt. Von Anfang 2016 an verhandelte er mit einem anderen Unternehmen aus der gleichen Branche über einen Wechsel, Anfang April schickte ihm der Konkurrent ein konkretes Angebot. Einige Wochen später leitete der Angestellte mehrere E-Mails mit Informationen über Kunden und Projekte von seinem dienstlichen an seinen privaten Mail-Account weiter. Als sein aktueller Arbeitgeber davon Kenntnis bekam, kündigte er ihm fristlos.

Das Gericht entschied, dass die außerordentliche Kündigung rechtmäßig war. Die Weiterleitung von E-Mails mit betrieblichen Informationen stelle eine schwerwiegende Pflichtverletzung dar. Die Behauptung des Klägers, er hätte lediglich mit den E-Mails zu Hause arbeiten wollen, könne den Vorwurf nicht entkräften, denn dafür habe ihm sein Arbeitgeber einen dienstlichen Laptop zur Verfügung gestellt. Angesichts der besonderen Umstände, dass der Arbeitnehmer zu einem Konkurrenzunternehmen wechseln wollte, sei auch die fristlose Kündigung gerechtfertigt. Dem Arbeitgeber sei es in diesem Fall nicht mehr zuzumuten, den Arbeitnehmer bis zum Ende der regulären Kündigungsfrist weiter zu beschäftigen, denn die geschäftlichen Interessen des Arbeitgebers seien durch den Arbeitnehmer unmittelbar gefährdet gewesen.

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