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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 24.10.2017

Kosten für künstliche Befruchtung bei Alleinerziehender nicht absetzbar

Das Finanzgericht Thüringen entschied, dass die Aufwendungen für eine künstliche Befruchtung nur dann zu außergewöhnlichen Belastungen führen, wenn die Frau entweder verheiratet ist oder in einer festen Partnerschaft lebt (Az. 3 K 111/16).

Im vorliegenden Fall macht eine alleinerziehende 48-jährige Mutter eines Kindes Kosten für eine In-Vitro-Fertilisation i. H. v. 12.000 Euro geltend, die in Tschechien durchgeführt wurde. Das Finanzamt erkannte diese nicht als außergewöhnliche Belastungen an.

Das Finanzgericht hielt die Entscheidung für rechtmäßig. Zwar könnten Krankheitsaufwendungen als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein. Eine Einschränkung der Empfängnisfähigkeit könne auch als Krankheit gewertet werden. Eine Einschränkung, dass nur verheiratete Frauen diese Aufwendung geltend machen könnten, würden seit 2007 zwar nicht mehr gelten, der Abzug sei jedoch nur zulässig, wenn die Maßnahmen in Übereinstimmung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen worden seien. Es seien dabei auch ethische Fragen zu beachten. Die Berufsordnung gebe vor, dass grundsätzlich das Kindeswohl als gesichert gelte, wenn die zu behandelnde Frau verheiratet sei. Gleiches gelte, wenn der Arzt zu der Überzeugung gelange, dass die Frau in einer festen Partnerschaft mit einem nicht verheirateten Mann lebe und dieser die Vaterschaft anerkennen werde. Hieran habe es hier jedoch gefehlt. Demnach seien die statusrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen.

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