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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 25.10.2017

Kolonnenspringen kann bei Unfall zu Mithaftung führen

Kolonnenspringen stellt zwar keinen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung dar, führt aber zu einer erhöhten Gefährdung. Wenn es dabei zu einem Unfall kommt, muss der Kolonnenspringer mithaften. So entschied das Oberlandesgericht München (Az. 10 U 4448/16).

Im vorliegenden Fall hatte sich ein Autofahrer vom Ende einer Kolonne durch Kolonnenspringen nach vorne bewegt. Als er auf Höhe der zweiten Fahrerin war, scherte diese aus und es kam zum Unfall. Der Mann verlangte Schadensersatz von der Frau.

Das Gericht gab dem Geschädigten nur teilweise Recht. Zwar sei die Frau überwiegend für den Unfall verantwortlich, da sie vorher hätte sicherstellen müssen, dass sie durch ihr Überholen den rückwärtigen Verkehr nicht gefährdete. Allerdings müsse der Mann zu einem Anteil von 20 Prozent mithaften. Auch wenn es kein Verstoß sei, eine Kolonne zu überholen, sei gerade mit diesem Kolonnenspringen eine Gefahr verbunden, die ein Idealfahrer nicht eingehe.

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