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Steuern / Umsatzsteuer 
Freitag, 03.11.2017

Vorsteuerabzug bei einer Dachertüchtigung für eine Photovoltaikanlage

Beim Vorsteuerabzug aus einer Werklieferung für die gesamte Dachfläche eines Gebäudes muss die Verwendungsmöglichkeit des gesamten Gebäudes in die durch § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG vorgegebene Verhältnisrechnung einbezogen werden. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. V R 59/16).

Im vorliegenden Fall betrieb die Klägerin eine Photovoltaikanlage zur entgeltlichen Stromeinspeisung. Die Anlage befand sich auf dem Dach des von ihr mit ihrem Ehemann bewohnten Anwesens, das aus dem ausschließlich privat genutzten Wohnhaus und einer Scheune bestand. Die Scheune wurde im Streitjahr privat als Werkstatt und Stellplatz für drei Pferde genutzt. Wohnhaus und Scheune befanden sich unter einem gemeinsamen Dach. Die Klägerin hatte von ihrem Ehemann eine über dem Scheunenteil des Anwesens gelegene Teilfläche des Daches von 158,5 qm zum Betrieb einer Photovoltaikanlage gemietet. Aus den Rechnungen eines Dachdeckers machte sie einen Vorsteuerabzug i. H. v. 90 Prozent geltend.

Das Finanzgericht München hatte der Klage stattgegeben. Der BFH hob das Urteil jedoch auf. Nach § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG gelte die Lieferung, die Einfuhr oder der innergemeinschaftliche Erwerb eines Gegenstands, den der Unternehmer zu weniger als 10 Prozent für sein Unternehmen nutze, als nicht für das Unternehmen ausgeführt. Im Streitfall sei diese Vorschrift anzuwenden gewesen, weil das Gebäude, für dessen Dacherneuerung die Klägerin den Vorsteuerabzug geltend gemacht hatte, neben der Verwendung für den Betrieb der Photovoltaikanlage nur für private Wohnzwecke, nicht aber für nichtwirtschaftliche – nicht in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer fallende – Tätigkeiten verwendet wurde. Das Gleiche gelte für die Nutzung der Scheune. Das Finanzgericht habe die Frage der unternehmerischen Mindestnutzung für die von der Klägerin bezogene Werklieferung nur anteilig für den Teil der Dachfläche geprüft, auf dem sich die Photovoltaikanlage befand, sowie für die unter dieser Dachfläche gelegene Scheune. Daher sei die Sache zur erneuten Prüfung an das Finanzgericht zurückzuverweisen.

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