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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Sonntag, 22.10.2017

Produktionsfirma muss keine Künstlersozialabgabe für professionelle (Eis-)Tänzer in TV-Shows zahlen

Das Bundessozialgericht entschied, dass eine Produktionsfirma keine Künstlersozialabgabe für die Mitwirkung professioneller (Eis-)Tänzer in den TV-Shows “Let’s Dance” und “Dancing on Ice” in den Jahren 2006 und 2007 entrichten musste. Diese Personen seien als Sportler und nicht als Künstler i. S. der Künstlersozialversicherung zu qualifizieren (Az. B 3 KS 1/17 R).

Die professionellen (Eis-)Tänzer präsentierten in den genannten Shows schwerpunktmäßig ihren Tanz beziehungsweise Eistanz als Sport.

Das Gericht vertrat die Auffassung, dass Tanz nur dann der Künstlersozialversicherung unterfalle, wenn er als eine Form der darstellenden Kunst ausgeübt werde, nicht aber als professioneller Leistungs- bzw. Breiten- oder Freizeitsport. Die Tätigkeit der professionellen (Eis-)Tänzer sei hier vergleichbar mit derjenigen von Tanztrainern. Der wesentliche Unterhaltungswert der TV-Shows habe dagegen in der Inszenierung der prominenten Showteilnehmer gelegen, die sich an der Einhaltung der Regeln des Turniertanz- bzw. Eistanzsports messen lassen mussten. Nicht jeder werde automatisch zum Unterhaltungskünstler, wenn er in einem Unterhaltungsformat des sog. “Factual Entertainment” eine eigenständige Leistung erbringe. Entscheidend sei vielmehr, wie die konkrete Tätigkeit der Akteure im Kontext der Fernsehshows zu beurteilen sei.

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