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Steuern / Lohnsteuer 
Mittwoch, 11.10.2017

Geldwerter Vorteil bei ersparten Kfz-Überführungskosten

Das Finanzgericht München entschied, dass in die Berechnung des geldwerten Vorteils der Arbeitnehmer aus der verbilligten Überlassung vom Arbeitgeber hergestellter Fahrzeuge auch ersparte Überführungskosten einzubeziehen sind (Az. 8 K 2605/16).

Im vorliegenden Fall hatte es ein Autohersteller seinen eigenen aktiven und ehemaligen Angestellten sowie teilweise denen der Subunternehmer ermöglicht, die von ihm produzierten Autos zu Mitarbeiterkonditionen und ohne Überführungskosten zu erwerben. Das Finanzamt bewertete den Verzicht auf die Überführungskosten als geldwerten Vorteil und somit als steuerpflichtigen Lohnbestandteil.

Auch das Gericht vertrat diese Auffassung. Die Verbilligung des Kaufpreises sei ursächlich durch das individuelle Arbeitsverhältnis veranlasst gewesen. Daher lägen Einnahmen vor. Der lohnsteuerrechtlich erhebliche, durch einen Personalrabatt veranlasste geldwerte Vorteil bestimme sich aber nicht nach dem allgemeinen Marktpreis. Bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils sei allein der Endpreis ausschlaggebend, d. h. der Preis, zu dem der Arbeitgeber die entsprechenden Waren fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbiete. Als Endpreis sei kein typisierter und pauschalierter Wert, wie etwa ein inländischer Listenpreis anzusehen. Der Endpreis bestimme sich hingegen nach den Gepflogenheiten im allgemeinen Geschäftsverkehr. Daher umfasse der Endpreis – wie gegenüber fremden Endkunden üblich – stets auch die Überführungskosten.

Gegen das Urteil wurde Revision eingelegt (BFH-Az. VI R 31/17).

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