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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 05.10.2017

Haftung des Veranstalters für Zugverspätung bei Pauschalreise mit Zug-zum-Flug-Ticket

Wenn ein Reiseveranstalter die Bahnfahrt zum Flughafen als eigene Leistung bewirbt, muss er bei einer Verspätung des Zuges haften, wenn dadurch der Flug verpasst wird. Kunden haben dann einen Anspruch auf Erstattung der Mehrkosten und ggf. Preisminderung für einen verpassten Urlaubstag. So entschied das Amtsgericht Hannover (Az. 419 C 8989/16).

Im vorliegenden Fall hatten der Kläger und seine Frau eine Pauschalreise auf die Malediven für zwei Personen im Wert von insgesamt 6.474 Euro mit einem Service Zug-zum-Flug gebucht. Allerdings hatte der Zug nach Frankfurt einen Defekt. Dadurch verpasste das Ehepaar den Flug und musste sich selbst einen Ersatzflug für den Folgetag buchen. Hinzu kamen Kosten für eine Übernachtung am Flughafen. Neben der Erstattung der zusätzlichen Kosten verlangten sie eine Preisminderung für den verlorenen Tag. Der Veranstalter verweigerte jedoch die Zahlung mit Hinweis auf die AGB, wonach die Zugfahrt keine Eigenleistung des Anbieters sei.

Das Gericht gab jedoch dem Kläger Recht. Der Veranstalter habe den Zug-zum-Flug im Reiseangebot als eigene Leistung beworben und damit die “Inhaberschaft” der Leistung nahegelegt. Daher stehe er auch in der Verantwortung. Der Kläger habe daher einen Anspruch auf Erstattung der Ersatztickets i. H. v. 1.636 Euro. Der Veranstalter müsse auch 69 Euro für die Übernachtung, 24,50 Euro für Verpflegung und 462 Euro für den verlorenen Reisetag an den Kläger zahlen.

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