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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 04.10.2017

Brand von Powerbank ist außergewöhnlicher Umstand: Keine Entschädigung bei Flugverspätung

Wenn sich ein Flug wegen des Brands einer Powerbank zum Aufladen von Handys verspätet, steht den betroffenen Passagieren keine Entschädigung zu. So entschied das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (Az. 205 C 85/16). Ein solcher Schwelbrand in der Kabine sei als außergewöhnlicher Umstand einzustufen und befreie die Airline somit von der Zahlungspflicht.

Im vorliegenden Fall hatte sich auf einem Flug von Düsseldorf nach Gran Canaria die Powerbank eines Fluggasts entzündet. Der Schwelbrand konnte zwar gelöscht werden, doch der Pilot musste in Frankreich notlanden. Die Airline beschaffte eine Ersatzmaschine und flog die Gäste nach Las Palmas weiter. Der Anschlussflug zurück nach Düsseldorf verzögerte sich danach aber so sehr, dass die Maschine wegen des Nachtflugverbots in Köln landen musste. Der Kläger, der mit dieser Maschine unterwegs war, verspätete sich um mehr als drei Stunden.

Das Gericht entschied, dass der Fluggast trotz der erheblichen Flugverspätung keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung hat. Der Brand einer Powerbank sei nicht der Betriebsgefahr eines Flugzeugs und damit dem Verantwortungsbereich der Airline zuzuordnen. Die Fluggesellschaft habe außerdem schlüssig darlegen können, dass ihr nur die eine Ersatzmaschine zur Verfügung gestanden habe. Ein Subcharter sei nicht in Betracht gekommen.

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