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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 28.09.2017

Im Wendehammer nicht geblinkt - bei Unfall Mitverschulden

Autofahrer müssen auch in einem sog. Wendehammer auf den rückwärtigen Verkehr achten. Wenn ein Autofahrer ohne zu blinken wendet und es dadurch zu einem Unfall kommt, trägt er ein Mitverschulden. So entschied das Amtsgericht Mönchengladbach (Az. 5 S 49/16).

Im vorliegenden Fall war ein Autofahrer in einem Wendehammer langsamer gefahren, holte weit nach rechts aus und wendete dann. Eine nachfolgende Autofahrerin stieß dabei mit ihm zusammen, denn sie dachte aufgrund der Fahrweise, dass der Mann, ohne zu blinken, rechts parken wollte. Der Mann verlangte Schadensersatz von der Versicherung der Autofahrerin. Diese beglich den Schaden nur zu 50 Prozent, denn dem Unfallgegner sei ein hälftiges Mitverschulden anzurechnen, weil er gegen seine besondere Sorgfaltspflicht verstoßen habe.

Auch das Gericht vertrat die Auffassung, der Schaden sei hier je zur Hälfte verursacht. Der Mann habe gewendet, ohne zu blinken. Zwar diene der Wendehammer in erster Linie zum Wenden. Nachfolgende müssten daher mit solchen Manövern rechnen. Allerdings dürfe der Wendende die Sorgfaltspflicht nicht ignorieren und so Nachfolgende gefährden. In dieser speziellen Situation hätte es zudem eine Zufahrt zu einem Firmenparkplatz gegeben, die die Frau nutzen wollte. Auch sie hätte sich nicht einfach darauf verlassen dürfen, dass der Autofahrer vor ihr parken wollte, da an der Stelle ein Halteverbotsschild aufgestellt war.

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