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Recht / Sonstige 
Donnerstag, 24.08.2017

Einschulung an Wunsch-Grundschule nur bei Vorliegen eines wichtigen Grunds

Das Verwaltungsgericht Wiesbaden lehnte den Eilantrag eines Schulanfängers auf Einschulung an einer Grundschule außerhalb seines Schulbezirks ab, da kein wichtiger Grund dafür vorliege (Az. 6 L 4416/17).

Der von seinen Eltern vertretene Schüler wollte die Grundschule im Nachbarbezirk seines Wohnortes besuchen. Als Grund dafür gaben sie an, der Sohn habe dort den Kindergarten besucht und sei auch im Fußballverein. Aus gesundheitlichen, u. a. logopädischen Gründen sei er auf eine übersichtliche Schule mit kleinen Klassen angewiesen. Das Schulamt lehnte den Antrag ab. Die Einschulung auf eine andere Grundschule als diejenige, in deren Bezirk der Schüler wohne, erfordere das Vorliegen eines wichtigen Grunds. Ein solcher Grund liege nicht vor. Die Klassengröße an der Wohnort-Grundschule liege nur unwesentlich über derjenigen an der Wunschschule, nämlich bei 17 statt 15 Schülern pro Klasse.

Auch das Gericht vertrat die Auffassung, der Besuch der Wohnort-Grundschule sei dem Schüler zumutbar. Bestehende soziale Kontakte am Sitz der Wunsch-Grundschule würden einen Schulwechsel nicht rechtfertigen. Dass der Schüler nicht mit seinen Kindergartenfreunden eingeschult werde, sei wegen der unterschiedlichen Einzugsgebiete von Kindergärten und Grundschulen unvermeidbar. Seinen gesundheitlichen Bedürfnissen könne an der Wohnort-Grundschule genauso Rechnung getragen werden.

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