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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 05.10.2017

Keine Anschaffungskosten durch Übernahme der Gesellschaftsverbindlichkeiten des ausgeschiedenen durch den verbleibenden Gesellschafter

Beim Ausscheiden eines Gesellschafters aus einer vermögensverwaltenden Gesellschaft entstehen beim verbleibenden Gesellschafter keine Anschaffungskosten durch die Übernahme der Gesellschaftsverbindlichkeiten. So entschied das FG Niedersachsen (Az. 2 K 87/16)

Die Kläger, Beteiligte an einer Grundstücksgemeinschaft GG, waren zur Hälfte an der Vorgängerin der GG, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts beteiligt. Gegenstand früher der GbR und jetzt der GG ist die Vermietung eines Hauses. Nach Insolvenz eines der beiden Gesellschafter übernahm der Kläger gegen eine Abfindungszahlung an den Insolvenzverwalter die zweite Hälfte der GbR. Der Kläger machte aus der Übernahme dieses Anteils nachträgliche Anschaffungskosten aus der Abfindungszahlung, der Übernahme des negativen Kapitalkontos des insolventen Gesellschafters und weiterer Gesellschaftsverbindlichkeiten geltend. Das Finanzamt lehnte dies ab.

Das Gericht gab dem Finanzamt Recht. Die Abfindungszahlung sei zwar als nachträgliche Anschaffungskosten anzusehen. Aber diese sei im Rahmen eines Vertragsschlusses erfolgt, mit dem alle weiteren Verbindlichkeiten abgegolten gewesen seien. Die weiteren Verbindlichkeiten könnten nicht als nachträgliche Anschaffungskosten geltend gemacht werden.

Gegen die Nichtzulassung der Revision wurde beim Bundesfinanzhof Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (BFH-Az. IX B 81/17).

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