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Recht / Zivilrecht 
Montag, 18.09.2017

Blitzschlag ist außergewöhnlicher Umstand - Bei Flugverspätung keine Entschädigung

Das Amtsgericht Rüsselsheim entschied, dass ein Fluggast bei erheblicher Verspätung eines Flugs wegen Blitzschlags keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung hat. Dabei habe sich um einen außergewöhnlichen Umstand gehandelt, also ein Ereignis von außen, das die Fluggesellschaft unvorhersehbar getroffen habe (Az. 3 C 751/16).

Im vorliegenden Fall wollten die Kläger aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland zurückfliegen. Das Flugzeug der Airline war jedoch auf dem Vorflug von Frankfurt in die Karibik von einem Blitz getroffen worden. Für die Reparatur waren drei Tage angesetzt worden. Die Fluggesellschaft gab an, den Rückflug nach Frankfurt annulliert zu haben. Die Kläger verlangten jeweils 600 Euro Entschädigung nach EU-Recht.

Das Gericht wies jedoch die Klage ab. Es habe ein außergewöhnlicher Umstand durch den Blitzschlag vorgelegen. Dies befreie die Fluggesellschaft von der Entschädigungspflicht. Zwar kämen Blitzschläge in einer gewissen Häufigkeit vor, aber sie seien “nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens”.

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