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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 15.09.2017

Kindergeld nur bei einheitlicher mehraktiger Erstausbildung

Wenn nach einer abgeschlossenen Ausbildung neben einer Vollzeitbeschäftigung im Ausbildungsberuf eine Fachschule zur Erlangung eines aufbauenden Abschlusses besucht wird, besteht kein Kindergeldanspruch. So entschied das Finanzgericht Münster (Az. 1 K 2410/16 Kg).

Der Kläger beantragte weiterhin Kindergeld für seine noch nicht 25 Jahre alte Tochter, die nach ihrer bestandenen Ausbildung zur Steuerfachangestellten und nach einem Jahr Arbeit in diesem Beruf berufsbegleitend die weitere Ausbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin an einer Fachschule für Wirtschaft aufnahm. Voraussetzung für die weitere Ausbildung war ein Jahr Berufstätigkeit. Die Familienkasse gewährte das Kindergeld nicht.

Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht ab. Für den Fall, dass – wie hier – für den weiteren Berufsabschluss eine einschlägige Berufstätigkeit mit der damit verbundenen Sammlung berufspraktischer Erfahrungen erforderlich sei, habe der Bundesfinanzhof im Urteil (BFH-Az. III R 14/15) entschieden, dass sich diese Ausbildung als Weiterbildung und damit als zweite Berufsausbildung darstelle. Die erforderliche mindestens einjährige Berufstätigkeit führe zu einem Einschnitt, der den notwendigen engen Zusammenhang zwischen den beiden Ausbildungen entfallen lasse.

Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen.

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