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Steuern / Einkommensteuer 
Sonntag, 17.09.2017

Keine steuerliche Anerkennung von Kosten für ein Studium der Theaterwissenschaften eines Rentners

Wenn Kosten für ein Studium nicht dazu dienen, später Erwerbseinnahmen zu erzielen, kommt ein (Sonderausgaben-)Abzug nicht in Betracht. Ob ein hinreichend erwerbsbezogener Veranlassungszusammenhang zu bejahen ist, ist unter Berücksichtigung der Gesamtumstände des Streitfalls zu beantworten. Dabei kann auch das Alter des Steuerpflichtigen als ein Umstand herangezogen werden. So entschied das Finanzgericht Schleswig-Holstein (Az. 4 K 41/16).

Im vorliegenden Fall machte ein Rentner Kosten für ein Studium der Theaterwissenschaften geltend. Das Finanzamt lehnte die Anerkennung von Sonderausgaben bzw. Werbungskosten ab, da es sich um Kosten eines privaten Studiums handele.

Auch das Finanzgericht vertrat diese Auffassung. Erforderlich für eine Anerkennung der Kosten wäre gewesen, dass bereits im Zeitpunkt der Verausgabung ein ausreichend bestimmter, hinreichend konkreter, objektiv feststellbarer Zusammenhang mit künftigen steuerbaren Einnahmen aus einer angestrebten beruflichen Tätigkeit bestanden hätte. Der Zusammenhang sei zu verneinen, wenn “ins Blaue hinein” studiert werde oder ansonsten private Gründe nicht ausgeschlossen werden könnten. Für die Beurteilung sei eine Gesamtschau des Sachverhalts maßgeblich. Hier würden die Gründe für eine private Veranlassung überwiegen. Gegen einen Erwerbszusammenhang würde u. a. das bereits fortgeschrittene Alter des Klägers sowie keine hinreichenden, objektiven Anhaltspunkte für die konkret geplante Aufnahme einer auf die Erzielung steuerbarer Einkünfte gerichtete Tätigkeit sprechen.

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