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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Mittwoch, 06.09.2017

Fußballspieler der Oberliga können sozialversicherungspflichtig sein

Fußballspieler, die vertraglich verpflichtet sind, an Lehrgängen, am Training und an sonstigen Vorbereitungen teilzunehmen und dabei von ihrem Verein ein Entgelt oberhalb bestimmter Pauschalen beziehen, sind sozialversicherungspflichtig. Das Sozialgericht Stade entschied, dass dies auch für Spieler der unteren Ligen gilt (Az. S 1 KR 167/13).

Im vorliegenden Fall spielte ein Fußballverein über Jahre in der fünfthöchsten Spielklasse und teilweise auch in der Oberliga. Das Training der Mannschaft fand an vier Tagen in der Woche je zweieinhalb Stunden statt. Dazu kam mindestens ein Punktspiel pro Woche. Einige der Spieler verdienten zwischen 127,50 und 200 Euro pro Monat. Etwa sieben Spieler verdienten im Schnitt mehr als 300 Euro monatlich, andere mehr als 400 und zwei auch mehr als 1.000 Euro monatlich. In den Verträgen waren auch Teilnahmepflichten für Training und Spielbetrieb sowie Urlaubsansprüche geregelt. Die Leistungen wurden nur während der Saison und nicht in den Saisonpausen gezahlt. Nach der Spielordnung des DFB sind Amateure diejenigen, die unter 150 Euro pro Monat verdienen (seit 2010: unter 250 Euro). Verdienen sie mehr, sind es Vertragsspieler. Bei einer Betriebsprüfung fiel auf, dass der Verein nur wenige Spieler als Beschäftigte angemeldet hatte. Nur teilweise waren Sozialabgaben für Spieler entrichtet worden. Daraufhin wurden Nachforderungen erhoben.

Das Gericht hielt die Beitragsnachforderungen für rechtmäßig. In dem Verein seien viele Spieler Beschäftigte im Sinne des Sozialversicherungsrechts. Sie seien abhängig beschäftigt, da sie überwiegend den Weisungen des Vereins verpflichtet seien. Ihre Pflichten ergäben sich nicht allein aus der Mitgliedschaft in dem Verein, sondern aus den jeweiligen Spielerverträgen. Das Entgelt sei also als wirtschaftliche Gegenleistung für die Tätigkeit des Fußballspiels zu sehen. Zudem seien Säumniszuschläge zu Recht erhoben worden, da Beiträge und Umlagen mit bedingtem Vorsatz nicht entrichtet worden seien.

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