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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 05.09.2017

Anrechnung von Nebeneinkünften beim Kindesunterhalt - Anteilige Berücksichtigung bei Aufnahme der Nebentätigkeit nach Scheidung

Ein Nebeneinkommen kann beim Kindesunterhalt grundsätzlich berücksichtigt werden. Das gilt auch, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil dadurch überobligatorisches Einkommen erzielt. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied, dass bei der Höhe der Anrechnung allerdings zu berücksichtigen sei, ob die Nebentätigkeit erst nach der Trennung bzw. Ehescheidung aufgenommen wurde (Az. 13 UF 44/16).

Im vorliegenden Fall hatte ein Vater nach der Trennung für seine beiden minderjährigen Söhne 110 Prozent des Mindestunterhalts gezahlt. Nach der Scheidung nahm er zusätzlich zu seinem Hauptjob eine Nebentätigkeit auf. Als die Mutter später davon erfuhr, forderte sie, dass das Nebeneinkommen für den Kindesunterhalt voll berücksichtigt wird.

Das Gericht entschied, dass eine Berücksichtigung der Nebeneinkünfte in voller Höhe hier nicht in Betracht komme, denn der Mindestunterhalt sei bereits gesichert, und der Vater habe die Nebeneinkünfte erst nach der rechtskräftigen Scheidung erzielt. Daher würde das zusätzliche Einkommen nur zu vier Fünfteln herangezogen. Demzufolge müsse der Vater künftig 115 Prozent des Mindestunterhalts zahlen.

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