Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 04.09.2017

Steuerliche Aufzeichnungspflichten von Marktbeschickern

Auch bei einer Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs. 3 EStG muss die vollständige Erfassung der (baren) Betriebseinnahmen nachvollziehbar dokumentiert und überprüfbar sein. Werden die Bareinnahmen mittels offener Ladenkasse oder in ähnlicher Form erfasst, setzt dies ordnungsmäßige Kassenberichte oder vergleichbare Aufzeichnungen voraus. So entschied das Finanzgericht Hamburg (Az. 2 V 55717).

Der Antragsteller vertrieb im Rahmen eines Reisegewerbes Textilien auf Wochen-, Flohmärkten und Weihnachtsmärkten. Seinen Gewinn ermittelte der Antragsteller mittels Einnahmenüberschussrechnung. Ein Kassenbuch über seine täglichen Bareinnahmen führte er ebenso wenig wie Kassenberichte oder ähnliche Aufzeichnungen. Die Bareinnahmen wurden als Sammelbuchungen teilweise monatlich, quartalsweise oder jährlich erfasst. Nach einer Außenprüfung schätzte das Finanzamt Einnahmen und Umsätze und erließ entsprechende Bescheide.

Das Finanzgericht wies den dagegen gerichteten Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz ab. Der Antragsteller sei als Marktbeschicker zwar nicht verpflichtet gewesen, jeden einzelnen Umsatz aufzuzeichnen. Seine Angaben hätten allerdings weder eine Summe des täglich ausgezählten Bargeldbestandes noch eine rechnerische bzw. belegmäßige Korrektur um die Barausgaben bzw. Bareinlagen und Barentnahmen enthalten. Daher sei eine Hinzuschätzung geboten gewesen.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.