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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 01.09.2017

Verluste aus einem zur Geschäftsförderung einer Versicherungsmakler-GmbH geführten Weinhandel als Liebhaberei

Eine verlustbringende gewerbliche Tätigkeit kann nach den Grundsätzen der Liebhaberei unberücksichtigt bleiben, auch wenn der Steuerpflichtige mit ihr das Geschäft einer GmbH fördert, deren Alleingesellschafter-Geschäftsführer er ist. So entschied das Finanzgericht Hamburg (Az. 1 K 141/16).

Der Kläger, alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer einer Versicherungsmakler-GmbH, machte aus einem zur Kundenbindung betriebenen Weinhandel Verluste geltend. Das Finanzamt erkannte das nicht an, da in den letzten 12 Jahren nur noch Verluste erwirtschaftet wurden, der Weinhandel in keinem Branchenbuch eingetragen war und kein Internetauftritt existierte.

Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht ab. Eine für die steuerliche Berücksichtigung maßgebliche Gewinnerzielungsabsicht des Weinhandels könne nicht festgestellt werden. Für die zur Annahme einer “Liebhaberei” erforderliche Feststellung einer objektiv negativen Gewinnprognose seien die in der Vergangenheit erzielten Gewinne ohne Bedeutung, wenn der Steuerpflichtige wie im vorliegenden Fall das dauerhafte Entstehen von Verlusten ohne Gegenmaßnahmen geschehen lasse.

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