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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 01.09.2017

Passagier tritt stark verspäteten Flug nicht an - Anspruch auf Entschädigung besteht

Das Amtsgericht Hamburg entschied, dass ein Passagier auch dann einen Anspruch auf Entschädigung hat, wenn er einen erheblich verspäteten Flug nicht antrat (Az. 12 C 328/15).

Im vorliegenden Fall wurde ein Flug von Amsterdam nach Hamburg auf den Folgetag verschoben. Der Kläger nahm den Flug nicht mehr wahr, denn er musste aus beruflichen Gründen früher in Hamburg sein. Von der Airline verlangte er eine Entschädigung von 250 Euro. Die Fluggesellschaft verweigerte die Zahlung, weil der Mann den verspäteten Flug nicht angetreten hatte.

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Er habe Anspruch auf Entschädigung. Die Zahlung diene dem Ausgleich verspätungsbedingter Unannehmlichkeiten. Diese würden auch dann entstehen, wenn bereits vor dem Abflug klar sei, dass sich der Flug um mehr als drei Stunden verspäten werde. Der Entschädigungsanspruch gelte daher unabhängig davon, ob ein Passagier noch mitfliege oder nicht.

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