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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 28.08.2017

Keine Werbungskosten des Gesellschafters einer GmbH wegen Inanspruchnahme aus einem Schuldbeitritt

Trotz der Inanspruchnahme aus dem Schuldbeitritt fehlt die für den Werbungskostenabzug erforderliche wirtschaftliche Belastung, wenn ein möglicher Regressanspruch nicht geltend gemacht wird. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 39/14).

Eine Bauträger-GmbH konnte zugesagte Wohneinheiten nicht rechtzeitig fertigstellen und zahlte den Käufern daher Nutzungsentschädigung und Zinsen. Der an der GmbH beteiligte Kläger erklärte den Beitritt zu dieser Verbindlichkeit und wurde daraus auch in Anspruch genommen. Er machte diese Ausgaben als Werbungskosten geltend.

Ebenso wie das Finanzgericht wies der BFH die dagegen gerichtete Klage ab. Auch wenn der Schuldbeitritt zivilrechtlich zu einer Gesamtschuld der GmbH und des Klägers und damit (auch) zu einer eigenen Verbindlichkeit des Klägers gegenüber den Käufern der Wohneinheiten geführt habe, seien die Zahlungen des Klägers steuerlich als Gewährung eines Darlehens an die GmbH anzusehen. Die Auszahlung dieser Darlehensvaluta führe nicht zu Werbungskosten, sondern zunächst (nur) zu Anschaffungskosten des Anspruchs auf Rückzahlung des Darlehens. Die wirtschaftliche Belastung trete für den Kläger erst ein, wenn er auf seine Rückzahlungsforderung verzichte oder das Darlehen endgültig ausfalle, was im Streitjahr nicht der Fall gewesen sei.

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