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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 24.08.2017

Grundstückseigentümer muss beeinträchtigende Blendwirkungen von einer Photovoltaikanlage des Nachbarn nicht hinnehmen

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass ein Grundstückseigentümer Blendwirkungen von einer das Sonnenlicht reflektierenden Photovoltaikanlage des Nachbarn nicht hinnehmen muss, wenn die Nutzungsmöglichkeiten seines Grundstückes ganz erheblich beeinträchtigt werden (Az. I-9 U 35/17).

Das Gericht gab dem Kläger im vorliegenden Fall Recht. Es liege eine wesentliche Beeinträchtigung durch das reflektierte Sonnenlicht vor. Der gerichtlich bestellte Sachverständige habe bestätigt, dass an mehr als 130 Tagen im Jahr erhebliche Blendwirkungen (zum Teil als „Absolut“-Blendung, zum Teil jedenfalls als Blendung mit Nachbildern) auftraten. Die Blendwirkungen erstreckten sich zeitweise über die gesamte Grundstücksbreite und dauerten bis zu zwei Stunden am Tag an. Diese Beeinträchtigung müsse der Kläger nicht dulden. Die gesetzgeberische Wertentscheidung zu Gunsten der Förderung von Photovoltaikanlagen führe zu keiner grundsätzlichen Duldungspflicht. Auch wenn der Gesetzgeber Photovoltaikanlagen fördere, dürften diese nicht ohne Rücksicht auf die Belange der Nachbarschaft errichtet werden. Die Blendung der Nachbarschaft durch die Solarpanele sei auch nicht als ortsüblich hinzunehmen. Der Nachbar mit der reflektierenden Photovoltaikanlage sei nun verpflichtet, die Blendungen durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren.

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