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Recht / Zivilrecht 
Montag, 21.08.2017

Misslungene Haarfärbung - Model kann Schadensersatz verlangen

Ein Model kann vom Friseur Schadensersatz verlangen, wenn ihre Haare trotz mehrerer Nachbesserungsversuche nicht die gewünschte Färbung aufweisen. So entschied das Landgericht Köln (Az. 4 O 381/16).

Ein Model hatte sich nach zwei Beratungsterminen in einem Friseursalon die Haare färben lassen. Sie brachte dabei Haarteile mit, die in gleicher Weise gefärbt werden sollten. Statt des gewünschten Farbergebnisses “braun-gold” hatten die Haare einen deutlichen Rotstich. Zwei Nachbesserungsversuche am gleichen sowie am Folgetag blieben ohne Erfolg. Daraufhin verlangte die Kundin Schadensersatz für sämtliche Schäden, die ihr wegen der misslungenen Haarfärbung entstanden sind und noch entstehen werden. Ihre Haare seien durch die gesamte Prozedur dauerhaft geschädigt und auch nicht mehr fähig, eine andere Farbe aufzunehmen. Als international tätiges Model seien ihr deswegen diverse Aufträge entgangen. Durch den Zustand ihres Haares sei sie auch seelisch sehr belastet, was zu einer stressbedingten Akne geführt habe.

Das Gericht erkannte einen Schadensersatzanspruch dem Grund nach an. Die Klägerin habe überzeugend nachgewiesen, dass ihre Haare nach wie vor geschädigt seien. Anhand von vorgelegten Lichtbildern sei zu erkennen gewesem, dass das damalige Farbergebnis nicht wie gewünscht “braun-gold” sondern rot und damit mangelhaft war. Eine Nachbesserung sei offenkundig fehlgeschlagen. Ein materieller Schaden im Hinblick auf die Haarteile sowie Verdiensteinbußen bei ihrer Modeltätigkeit seien entstanden. Über die Höhe einer Schadensersatzzahlung musste das Gericht nicht entscheiden, da die Klägerin zunächst nur die grundsätzliche Feststellung der Ersatzpflicht beantragt hatte.

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