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Recht / Zivilrecht 
Montag, 21.08.2017

Für Erlaubnis zur Untervermietung muss ein echtes Interesse des Mieters an der Wohnung bestehen

Ein Mieter darf seine Wohnung untervermieten, wenn er ein berechtigtes Interesse hat und der Vermieter zustimmt. Der Vermieter kann allerdings die Erlaubnis verweigern, wenn der Mieter nur untervermietet, um für sich die Wohnung dauerhaft vorzuhalten, während er in einer anderen Wohnung wohnt. Dann ist ein berechtigtes Interesse nicht anzuerkennen, entschied das Landgericht Berlin (Az. 65 S 433/16).

Im vorliegenden Fall hatten zwei Mieter einer Wohnung die Räume untervermietet. Der eine Mieter lebte bereits mit seiner Familie in einer anderen Wohnung, der andere Mieter war ins Ausland umgezogen. An ihrer gemeinsamen Wohnung in Berlin wollten die Mieter aber festhalten, um diese als Rückzugsort zu nutzen und gegebenenfalls dort wieder einziehen zu können. Der Vermieter wollte die Untervermietung aber nicht länger hinnehmen.

Das Gericht entschied, dass die Mieter keinen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters zur Untervermietung haben. Bei beiden Mietern sei nicht erkennbar, dass sie ernsthaft beabsichtigten, in die Wohnung zurückzukehren. Das Interesse der Mieter sei angesichts des knappen Wohnraums in Berlin als nicht gewichtig anzusehen. Zudem würden sie mit einer solchen Untervermietung einen zweiten Wohnungsmarkt eröffnen, auf dem Untermieter nur eingeschränkten Mieterschutz genießen würden.

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